Wie funktioniert das Mieten in Deutschland für Zugezogene aus dem Ausland? (2026)
Rechtlich hindert nichts Zugezogene aus dem Ausland daran zu mieten. Praktisch scheitert es an der SCHUFA-Auskunft, die Vermieter regelmäßig verlangen und die neu Angekommene noch nicht aufbauen konnten. Rechnen Sie mit einer Kaution von bis zu drei Kaltmieten. Der Weg, der funktioniert, ist eine möblierte Zwischenmiete über Wunderflats oder HousingAnywhere, gebucht aus dem Ausland und an einer Adresse, die die Anmeldung zulässt, danach ein regulärer Mietvertrag mit Gehaltsabrechnungen und SCHUFA-Auskunft.
Zum Abschnitt springen
Dürfen Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland mieten?
Ja. Es gibt keine Beschränkung nach Staatsangehörigkeit. Die Hürde sind Konkurrenz und Unterlagen, in dieser Reihenfolge. Gute Zimmer in Berlin, München und Hamburg sind binnen Stunden weg, richten Sie also Suchaufträge ein und antworten Sie schnell, und rechnen Sie damit, eine von vielen Bewerbungen auf dieselbe Wohnung zu sein.
Genau dieses Tempo macht die fehlende SCHUFA-Auskunft entscheidend. Wer zwischen zwanzig Bewerbungen wählt, wartet nicht, bis Sie erklärt haben, dass Ihre Bonitätshistorie in einem anderen Land liegt. Planen Sie die ersten Monate über Plattformen, die keine verlangen.
Was verlangt ein deutscher Vermieter?
- SCHUFA-Auskunft. Die Bonitätsauskunft, die Vermieter regelmäßig verlangen, und die größte Hürde bei der Ankunft, weil ihr Aufbau in Deutschland Zeit braucht.
- Einkommensnachweis. Gehaltsabrechnungen oder Arbeitsvertrag, weshalb das Jobangebot oft vor dem Mietvertrag kommen muss und nicht danach.
- Reisepass oder Personalausweis.
- Wohnungsgeberbestätigung. Nicht für die Bewerbung, sondern direkt danach. Der Vermieter stellt sie beim Einzug aus, und ohne sie können Sie die Anmeldung nicht erledigen.
Wie hoch ist die Kaution?
Vermieter dürfen eine Kaution von bis zu drei Kaltmieten verlangen. Lesen Sie das genau: Die Kaltmiete ist die reine Miete, die Warmmiete rechnet die Nebenkosten dazu und lässt Strom und Internet meist weiterhin außen vor. Die Kaution bemisst sich an der niedrigeren Zahl, Ihre monatliche Belastung ist die höhere plus Nebenverbräuche.
Wie umgehen Sie die Maklerprovision?
Suchen Sie nach provisionsfreien Inseraten, die direkt von privaten Vermietern kommen. ohne-makler.net führt provisionsfreie Mietangebote und ist im Süden am stärksten, in Bayern und Baden-Württemberg. Der Bestand ist kleiner als bei den großen Portalen, und Sie sollten das aktuelle Preismodell prüfen, bevor Sie für Kontaktfunktionen zahlen. Wohnungsbörse.net bietet kostenlosen Kontakt zu privaten Vermietern und eine ordentliche Abdeckung kleinerer Städte samt Suchaufträgen für neue provisionsfreie Angebote, ist aber deutschsprachig und in den angespanntesten Metropolen dünn.
Das Immobilienportal der Sparkassen bündelt die Maklerarme von rund 350 lokalen Sparkassen, was es für Regionen und Kleinstädte nützlich macht, in denen die großen Portale schwach sind. Die Abdeckung hängt davon ab, wie aktiv die örtliche Sparkasse ist, und das Portal ist deutschsprachig.
Lässt die Adresse die Anmeldung zu?
Klären Sie das, bevor Sie etwas zahlen. Manche Kurzzeit- und Ferienvermietungen lassen sich gar nicht anmelden, und eine Adresse ohne Anmeldemöglichkeit blockiert die Anmeldung beim Bürgeramt, die in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Einzug fällig ist. Ohne Anmeldung kommt keine Steuer-ID per Post, und genau die braucht ein Arbeitgeber, um Sie korrekt abzurechnen.
Wunderflats kennzeichnet bei vielen Inseraten anmeldefähige Adressen und rät, das vor der Buchung schriftlich bestätigen zu lassen. HousingAnywhere weist darauf hin, die Anmeldefähigkeit je Inserat zu prüfen. Eine vage Antwort ist ein Nein.
Wie mieten Sie vor der Ankunft?
Wunderflats listet möblierte Wohnungen für Aufenthalte ab einem Monat. Die Plattform ist auf Englisch ausgerichtet, in Berlin gegründet und prüft Vermieter, was das Betrugsrisiko senkt. Das Suchen ist kostenlos, die Servicegebühr steckt in der Miete.
HousingAnywhere ist ein internationaler Marktplatz für möblierte Zimmer und Studios mit Abdeckung deutscher Städte, vollständig aus dem Ausland auf Englisch buchbar und mit Zahlungsschutz. Das Suchen ist kostenlos, die Servicegebühr fällt mit der ersten Mietzahlung an. Der Bestand konzentriert sich auf die großen Studierendenstädte.
Beide liegen deutlich über dem unmöblierten Markt. Dieser Aufpreis kauft Ihnen eine Adresse zur Ankunft und einen Vertrag ohne SCHUFA-Auskunft, also genau das Problem, das sich aus dem Ausland sonst nicht lösen lässt. Sehen Sie sie als Brücke über einige Monate, nicht als Ihr Zuhause in Deutschland.
Was ist mit einem WG-Zimmer?
WG-Gesucht.de ist der Referenzmarktplatz für die WG, die Wohngemeinschaft, und hat eine englische Oberfläche. Dort finden sich auch Ein-Zimmer-Wohnungen und möblierte Zwischenmieten. Die Städteseiten nennen für 2026 typische Zimmermieten von 450 EUR bis 650 EUR in Berlin, 650 EUR bis 850 EUR in München und 500 EUR bis 700 EUR in Köln.
Suchen und Kontaktieren sind kostenlos. Das optionale Plus-Abo, das die Sichtbarkeit Ihrer Bewerbung erhöht, kostet 20,90 EUR für einen Monat, 19,90 EUR pro Monat im Dreimonatspaket oder 13,90 EUR pro Monat im Zwölfmonatspaket, Stand April 2026.
Rechnen Sie mit dem WG-Casting, dem Kennenlernen mit den Mitbewohnenden. Das gehört wirklich dazu, und ein vollständiges Profil mit Foto wird erwartet, bevor jemand einlädt.
Wie vermeiden Sie Mietbetrug?
Betrug passiert in privaten Nachrichten, und das Muster ist immer gleich: eine plausible Wohnung, ein Eigentümer im Ausland und die Bitte um eine Anzahlung, bevor Sie etwas sehen konnten. Die Regel, die jeden dieser Fälle aushebelt, ist einfach. Zahlen Sie nie vor einer echten Besichtigung oder einer Live-Videobesichtigung. Ein aus dem Ausland verschickter Schlüssel ist keine Besichtigung.
Eine Buchung über eine Plattform, die Vermieter prüft oder Ihre erste Zahlung bis zum Einzug hält, nimmt das meiste Risiko heraus. Genau dieser Schutz ist ein großer Teil dessen, was die Servicegebühr der möblierten Plattformen tatsächlich kauft.
Häufige Fragen
Dürfen Ausländerinnen und Ausländer in Deutschland eine Wohnung mieten?
Ja, es gibt keine Beschränkung nach Staatsangehörigkeit. Die praktische Hürde sind die Unterlagen: Vermieter verlangen regelmäßig eine SCHUFA-Auskunft, also genau die Bonitätshistorie, die Neuankömmlinge noch nicht aufbauen konnten, dazu einen Einkommensnachweis. Deshalb starten die meisten mit einer möblierten Zwischenmiete und wechseln später in einen regulären Mietvertrag.
Wie hoch darf die Kaution in Deutschland sein?
Bis zu drei Kaltmieten. Die Kaltmiete ist die reine Miete, die Kaution bemisst sich also an der niedrigeren der beiden Zahlen im Inserat, nicht an der Warmmiete.
Kann man aus dem Ausland eine Wohnung in Deutschland mieten?
Ja, über die möblierten Zwischenmietplattformen. Wunderflats bietet möblierte Wohnungen ab einem Monat, ist auf Englisch ausgerichtet und prüft Vermieter. HousingAnywhere ist vollständig aus dem Ausland auf Englisch buchbar, mit Zahlungsschutz. Beide liegen deutlich über dem unmöblierten Markt und sind eine Übergangslösung, keine dauerhafte.
Kann man sich unter jeder Adresse anmelden?
Nein. Manche Inserate lassen keine Anmeldung zu, und das blockiert die Anmeldung und damit die Steuer-ID. Wunderflats kennzeichnet bei vielen Inseraten anmeldefähige Adressen und rät, das vor der Buchung schriftlich zu bestätigen. HousingAnywhere weist darauf hin, die Anmeldefähigkeit je Inserat zu prüfen.
Was kostet ein WG-Zimmer?
Die Städteseiten von WG-Gesucht nennen für 2026 typische Zimmermieten von 450 bis 650 EUR in Berlin, 650 bis 850 EUR in München und 500 bis 700 EUR in Köln. Suchen und Kontaktieren sind kostenlos, das optionale Plus-Abo kostet 20,90 EUR für einen Monat, 19,90 EUR pro Monat für drei oder 13,90 EUR pro Monat für zwölf Monate, Stand April 2026.