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Strom und Gas in Deutschland (2026)

By Jules de Bruin, Market ResearcherUpdated 20. August 2026 | Für 6 Personen hilfreich

In Deutschland sind zwei Unternehmen an Ihrer Stromrechnung beteiligt: der Netzbetreiber, den Sie nicht aussuchen und dessen Netzentgelt immer auf der Rechnung steht, und der Stromanbieter, den Sie frei wählen. Wählen Sie keinen, landen Sie automatisch beim Grundversorger, und der ist meist die teuerste Variante: in Berlin 37,93 ct/kWh gegenüber 24,12 ct/kWh beim günstigsten Wechseltarif. Reguliert wird der Markt von der Bundesnetzagentur. Jede Jahreskostenangabe auf diesen Seiten nennt das Verbrauchsprofil, auf dem sie beruht.

Wie funktioniert der deutsche Energiemarkt?

Trennen Sie zuerst zwei Rollen. Der Netzbetreiber besitzt die Leitungen und den Zähler in Ihrem Haus. Ihn suchen Sie sich nicht aus, er ergibt sich aus Ihrer Adresse, und sein Netzentgelt steht auf Ihrer Rechnung, egal bei welchem Anbieter Sie sind. Der Stromanbieter verkauft Ihnen die Kilowattstunden und stellt die Rechnung. Diesen wählen Sie frei und können ihn wechseln.

Deshalb ist ein deutscher Strompreis immer eine Postleitzahlenangabe. Vattenfall listet denselben Tarif je nach Netzgebiet zwischen rund 26,4 ct/kWh in Köln und 34,2 ct/kWh in Hamburg. EnBW und MAINGAU veröffentlichen für einzelne Produkte gar keinen bundesweiten Listenpreis, sondern nur ein Angebot pro Postleitzahl. Ein Preis ohne Netzgebiet ist kein vergleichbarer Preis.

Die Bundesnetzagentur ist die Bundesbehörde, die die Strom- und Gasnetze reguliert. Sie beaufsichtigt die Netze, nicht die Preise, die Ihr Anbieter im Wettbewerb setzt.

Was ist die Grundversorgung?

Die Grundversorgung ist der Standardtarif des örtlichen Grundversorgers. Sie brauchen sich nicht anzumelden: Wer einzieht und Strom verbraucht, ohne einen Anbieter zu wählen, wird automatisch beliefert. Das ist praktisch am ersten Tag und teuer ab dem zweiten.

In Berlin kostet die Grundversorgung von Vattenfall 37,93 ct/kWh, laut Katalog rund 560 EUR pro Jahr mehr als der günstigste Wechseltarif. In München liegt die SWM-Grundversorgung mit 31,17 ct/kWh rund 360 EUR pro Jahr über dem günstigsten Münchner Wechseltarif. Beide Werte gelten für ein Profil von 3.500 kWh im Jahr.

Der Ausweg ist billig: Die Grundversorgung ist mit zwei Wochen Frist jederzeit kündbar, ohne Mindestlaufzeit. Der Katalog warnt an genau dieser Stelle, dass viele Umziehende jahrelang zu viel zahlen, ohne es zu merken.

Was kosten Strom und Gas in Deutschland?

Für ein Haushaltsprofil von 3.500 kWh im Jahr reichen die Arbeitspreise im Katalog von 24,12 ct/kWh beim günstigsten Berliner Wechseltarif bis 37,93 ct/kWh in der Berliner Grundversorgung. Dazu kommt der Grundpreis, im Katalog zwischen rund 72 EUR und 217 EUR im Jahr.

Bei Gas rechnet der Katalog mit 12.000 kWh im Jahr. Die Arbeitspreise liegen zwischen 9,52 ct/kWh und 11,64 ct/kWh, wobei der höchste Wert wieder die Grundversorgung ist. Der bundesweite Neukundenschnitt liegt laut Katalog bei rund 9,9 ct/kWh.

Achten Sie bei jeder Jahreszahl auf zwei Angaben: das Verbrauchsprofil und ob ein Neukundenbonus eingerechnet ist. Mehrere Listenpreise im Katalog gelten für 3.200 oder 2.500 kWh im Jahr und sind Erstjahrespreise inklusive Bonus.

Wie schliessen Sie einen Stromvertrag ab?

Kein Tarif in diesem Katalog verlangt eine formale Anmeldung. Gebraucht werden eine deutsche Lieferadresse und ein SEPA-Bankkonto für die Lastschrift. Das ist der wichtigste Unterschied zu vielen anderen Behördengängen in Deutschland: Sie können Strom anmelden, bevor Ihre Meldebescheinigung da ist.

Dynamische Tarife sind die Ausnahme. Ostrom SimplyDynamic und dynamicOctopus setzen ein intelligentes Messsystem voraus, das laut Katalog erst in 5,5% der Haushalte verbaut ist. Octopus organisiert und bezahlt den Einbau, Tibber überbrückt die Lücke mit dem Pulse-Gerät für 89 EUR.

Welche Energiethemen sollten Sie lesen?

Häufige Fragen

Kann ich meinen Stromanbieter in Deutschland wechseln?

Ja. Sie wählen Ihren Stromanbieter frei, der Netzbetreiber bleibt derselbe. Aus der Grundversorgung kommen Sie mit zwei Wochen Kündigungsfrist heraus; Wechseltarife im Katalog haben Kündigungsfristen von zwei bis sechs Wochen zum Ende der Laufzeit.

Brauche ich die Anmeldung, um Strom anzumelden?

Nein. Kein Tarif in diesem Katalog verlangt eine formale Anmeldung. Was Sie brauchen, ist eine deutsche Lieferadresse und ein SEPA-Bankkonto für den Lastschrifteinzug.

Wer reguliert den Energiemarkt?

Die Bundesnetzagentur. Sie ist die Bundesbehörde für Telekommunikation, Post, Bahn sowie die Strom- und Gasnetze.

Warum kostet derselbe Tarif in Hamburg mehr als in Köln?

Weil das Netzentgelt Ihres Netzbetreibers auf der Rechnung steht, egal welchen Anbieter Sie wählen. Vattenfall listet denselben Tarif je nach Postleitzahl zwischen rund 26,4 ct/kWh in Köln und 34,2 ct/kWh in Hamburg.