Strom und Gas Anmelden in Deutschland (2026)
Für einen Stromvertrag in Deutschland brauchen Sie zwei Dinge: eine deutsche Lieferadresse und ein SEPA-Bankkonto für die Lastschrift. Kein Tarif im Katalog verlangt eine formale Anmeldung. Ab dem Einzugstag beliefert Sie automatisch der Grundversorger, in Berlin zu 37,93 ct/kWh gegenüber 24,12 ct/kWh beim günstigsten Wechseltarif, beides bei 3.500 kWh im Jahr. Aus der Grundversorgung kommen Sie mit zwei Wochen Frist heraus, und abgestellt wird dabei nichts.
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Was brauchen Sie für einen Stromvertrag?
Weniger, als die meisten Neuankömmlinge erwarten. Kein einziger Tarif in diesem Katalog verlangt eine formale Anmeldung. Verlangt werden eine deutsche Lieferadresse und ein SEPA-Bankkonto für den Lastschrifteinzug. Damit können Sie den Stromvertrag abschliessen, bevor Ihre Meldebestätigung vorliegt.
Was der Anbieter abfragt
- Deutsche Lieferadresse mit Postleitzahl
- SEPA-Bankkonto für die Lastschrift
- Erwarteter Jahresverbrauch in kWh
- Keine formale Anmeldung nötig
Die Postleitzahl ist keine Formalie. Der Preis hängt am Netzgebiet Ihres Netzbetreibers: Vattenfall listet denselben Tarif je nach Postleitzahl zwischen rund 26,4 ct/kWh in Köln und 34,2 ct/kWh in Hamburg, und EnBW sowie MAINGAU nennen für einzelne Produkte gar keinen bundesweiten Listenpreis, sondern nur ein Angebot pro Postleitzahl.
Wie schliessen Sie einen neuen Stromvertrag ab?
Sie wählen den Stromanbieter, nicht den Netzbetreiber. Der Netzbetreiber ergibt sich aus Ihrer Adresse und bleibt bei jedem Wechsel derselbe, sein Netzentgelt steht weiter auf der Rechnung. Der Anbieterwechsel ist deshalb ein reiner Papiervorgang: Der neue Anbieter kündigt den alten Vertrag oder die Grundversorgung und übernimmt die Belieferung.
Prüfen Sie vor der Unterschrift drei Dinge: das Verbrauchsprofil hinter der Jahreszahl, ob ein Neukundenbonus eingerechnet ist, und die Kündigungsfrist. Die Fristen im Katalog reichen von zwei bis sechs Wochen zum Laufzeitende. Wer sie verpasst, verlängert automatisch zum dann geltenden Preis.
Wie melden Sie Gas an?
Gas ist ein eigener Vertrag mit eigenem Grundversorger, und der ist nicht zwingend derselbe wie beim Strom. In Berlin ist die GASAG Erdgas-Grundversorgerin, das Netz betreibt die NBB Netzgesellschaft. Der Ablauf ist derselbe wie beim Strom: Lieferadresse, SEPA-Konto, Tarif wählen.
Gastarife werden im Katalog auf ein Profil von 12.000 kWh im Jahr gerechnet, nicht auf die 3.500 kWh beim Strom. In der Berliner Grundversorgung kostet die Kilowattstunde 11,64 ct, beim günstigsten Wechseltarif 9,52 ct. Auch hier gilt: Ohne Verbrauchsprofil ist eine Jahreszahl nicht vergleichbar.
Was passiert beim Einzug?
Sie müssen am Einzugstag gar nichts tun, und genau das ist die Falle. Wer einzieht und Strom verbraucht, ohne einen Anbieter zu wählen, wird automatisch vom örtlichen Grundversorger beliefert. Der Katalog hält ausdrücklich fest, dass beim Umzug oder Wechsel nichts abgestellt wird.
Bequem ist das nur am ersten Tag. In Berlin kostet die Grundversorgung von Vattenfall 37,93 ct/kWh, rund 560 EUR im Jahr mehr als der günstigste Wechseltarif; in München liegt die SWM-Grundversorgung mit 31,17 ct/kWh etwa 360 EUR im Jahr über dem günstigsten Münchner Wechseltarif. Beide Angaben gelten für 3.500 kWh im Jahr.
Der Ausweg kostet nichts: Die Grundversorgung hat keine Mindestlaufzeit und ist mit zwei Wochen Frist jederzeit kündbar. Erledigen Sie das in den ersten Wochen, nicht im ersten Jahr.
Brauchen Sie ein intelligentes Messsystem?
Für einen normalen Fest- oder Ökostromtarif nicht. Nur die dynamischen Tarife setzen ein intelligentes Messsystem voraus, und das ist laut Katalog erst in 5,5% der Haushalte verbaut. Ostrom SimplyDynamic und dynamicOctopus verlangen es, Octopus organisiert und bezahlt den Einbau, und die Wartezeit kann in langsamen Netzgebieten Monate betragen.
Zwei Anbieter kommen ohne aus. Tibber überbrückt die Lücke mit dem Pulse-Gerät für 89 EUR, und rabot.home flex ist auch ohne intelligentes Messsystem nutzbar, dann allerdings ohne gezieltes Verschieben des Verbrauchs in günstige Stunden.
Häufige Fragen
Brauchen Sie die Anmeldung, bevor Sie Strom anmelden können?
Nein. Kein Tarif in diesem Katalog verlangt eine formale Anmeldung. Nötig sind eine deutsche Lieferadresse und ein SEPA-Bankkonto für den Lastschrifteinzug.
Kann Ihnen beim Wechsel der Strom abgestellt werden?
Nein. Der Katalog hält für die Grundversorgung ausdrücklich fest, dass beim Umzug oder Anbieterwechsel keine Unterbrechung entsteht: Sie werden weiter beliefert, bis der neue Vertrag greift.
Wie lange ist die Kündigungsfrist?
Aus der Grundversorgung kommen Sie mit zwei Wochen Frist heraus. Die Wechseltarife im Katalog haben Kündigungsfristen von zwei bis sechs Wochen zum Ende der Laufzeit.
Gibt es Anbieter mit Service auf Englisch?
Ja. Laut Katalog bieten E.ON, Ostrom, Tibber und Octopus Energy Service auf Englisch an. Die übrigen Anbieter im Katalog arbeiten auf Deutsch.